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Gedenkort Gunskirchen Station 4

Die Befreiung

Station 4

Die Befreiung

United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #12769, © United States Holocaust Memorial Museum, Provenance: Thomas Sweeney

Audio Audioguide – Die Befreiung
2:24
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Überblick

„Es war ein Glück, dass die Amerikaner in der letzten Minute angekommen sind. Noch ein oder zwei Tage und ich glaube nicht, dass jemand dort am Leben geblieben wäre.“

Shaul Spielmann 1

Das KZ-Außenlager Gunskirchen wurde am 4. Mai 1945 von amerikanischen Truppen erreicht und befreit. Bereits tags zuvor hatte die SS das Lager verlassen, und die Häftlinge waren sich selbst überlassen worden.

Als die ersten amerikanischen Späher das Gelände betraten, fanden sie ein kaum fassbares Bild: ein eingezäuntes Waldstück voller Leichen und sterbender Menschen. Sie meldeten: „Wir wissen nicht, wo wir sind, aber hier ist eine Art Gefängnis, viele Tote und viele Kranke liegen hier herum […]. Wir brauchen schnell medizinische Hilfe.“

Kurz darauf erreichten Einheiten der 71. US-Infanterie-Division das Lager. Sie sahen Menschen, die im Schlamm lagen, krochen und sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. Der Geruch des Todes war allgegenwärtig und prägte sich tief in die Erinnerung der Soldaten ein.

Bereits vor der Ankunft der amerikanischen Armee herrschte nach dem fluchtartigen Aufbruch der SS aus dem Lager Aufregung unter den Häftlingen. Hunger, Krankheit und völlige Erschöpfung bestimmten weiterhin den Alltag, während Einzelne das Lager bereits vor dem Eintreffen der Amerikaner verließen.

Viele Überlebende strömten den Soldaten entgegen und baten um Hilfe. Die amerikanischen Truppen begannen sofort mit der Versorgung, organisierten Wasser und Lebensmittel und versuchten, eine erste Ordnung herzustellen. Gleichzeitig wurden die Folgen der jahrelangen Unterernährung sichtbar: Zahlreiche Häftlinge starben in den Tagen der Befreiung an der Dosennahrung oder der Schokolade, die ihnen von den amerikanischen Soldaten gegeben wurde, da ihre Körper nicht fähig waren, größere Mengen an Nahrung aufzunehmen.

Zeichnung des befreiten KZ-Häftlings Ludovico Barbiano di Belgiojoso: Die Befreiung durch amerikanische Truppen
Zeichnung des befreiten KZ-Häftlings Ludovico Barbiano di Belgiojoso: Die Befreiung durch amerikanische Truppen. – Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen

Auch an den Tagen nach der Befreiung blieb die Lage chaotisch. Zahlreiche Menschen, die in Notunterkünfte und Spitäler der Umgebung gebracht worden waren, erlagen dort den Folgen von jahrelangem Hunger und Krankheit. Die von den Amerikanern gefangen genommenen ehemaligen deutschen Soldaten und SS-Angehörigen wurden gezwungen, Massengräber für die unzähligen Toten auszuheben. In frühen Aufzeichnungen wurden in sieben Massengräbern zwischen 3.000 und 6.500 Tote dokumentiert.

Befreite Häftlinge verlassen das KZ-Außenlager Gunskirchen
Befreite Häftlinge verlassen das KZ-Außenlager Gunskirchen. – U.S. Army, The Seventy-First Came … To Gunskirchen Lager, 1945, S. 4.

Erst nach und nach konnten sich die wieder zu Kräften gekommenen ehemaligen KZ-Häftlinge auf den Rückweg in ihre Heimat machen.

Quellen

  1. Interview mit Shaul Spielmann. Mauthausen Komitee Österreich. Wien 2017. ↑

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Zeitzeug*innen erzählen

Jehuda Gurvich

Jehuda Gurvich – Rede bei den Überresten der Latrine im Zuge des „Walk of Solidarity“ im Rahmen der Befreiungsfeier am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen

Quelle: Interview Jehuda Gurvich

Shaul Spielmann

Shaul Spielmann – Rede beim Denkmal der U.S. Army im Zuge des „Walk of Solidarity“ im Rahmen der Befreiungsfeier

Quelle: Interview Shaul Spielmann

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