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Gedenkort Gunskirchen Station 5

Entwicklungen nach 1945

Station 5

Entwicklungen nach 1945

United States Holocaust Memorial Museum Photo Archives #41323, © United States Holocaust Memorial Museum, Provenance: Willie Sterner; KZ-Gedenkstätte Mauthausen MM_4_1_0265, MM_4_1_0266

Audio Audioguide – Entwicklungen nach 1945
3:06

Überblick

„Was ist Solidarität?
Solidarität heißt, wenn man im Todesmarsch marschiert und keine Kräfte mehr zu spüren – dann kommt ein Kamerad, um dir etwas von seinen letzten Kräften zu geben.
Solidarität ist, wenn man nichts zu essen hat und das letzte Stück Brot geteilt wird, mit deinem Kameraden.
Solidarität ist, wenn es kalt ist und man von der eigenen Körperwärme abgibt, um jemand anders zu wärmen.
Das ist die Solidarität, die wir gelernt haben.“

Daniel Chanoch 1

Nach der Befreiung verschwand das KZ-Außenlager Gunskirchen zwar nicht einfach aus der Geschichte, sehr wohl aber aus der Landschaft: Die Baracken wurden abgetragen, der Wald wuchs nach, und die Spuren des KZ-Außenlagers wurden mit der Zeit immer weniger sichtbar.

Die Gräueltaten, die das NS-Regime im KZ-Außenlager Gunskirchen beging, und die Tausenden ermordeten Menschen gerieten jedoch vor allem unter den Überlebenden und ihren Nachkommen nie in Vergessenheit. Den Überlebenden war es von der Befreiung an ein Anliegen, die Erinnerung an die Tausenden Ermordeten zu bewahren. Bereits 1946 errichteten sie an den Massengräbern erste Gedenksteine und organisierten Gedenkfeiern. Doch je mehr von ihnen Österreich verließen bzw. in ihre Heimat zurückkehrten, desto stiller wurde es um Gunskirchen. Im Jahr 1948 wurden erste offizielle Mahnmale errichtet, und dank des beständigen Beharrens Überlebender des KZ-Außenlagers wurden im Laufe der Zeit außerdem sieben Massengräber mit Gedenksteinen gekennzeichnet.

Im Jahr 1979 wurden schließlich 1.227 Tote exhumiert und in der Gedenkstätte Mauthausen beigesetzt. Aufgrund der großen Differenz zwischen der Zahl der Todesopfer im KZ und der Zahl der exhumierten Leichen ist jedoch davon auszugehen, dass sich an den Orten der Massengräber noch bis heute zahlreiche menschliche Überreste im Waldboden befinden. Nach jahrelangen Forderungen wurde im Jahr 1981 schließlich ein Denkmal an der Bundesstraße 1 errichtet. Seitdem finden jährlich Befreiungsfeiern der lokalen Initiative Gunskirchen in Kooperation mit dem Mauthausen Komitee Österreich und der Mittelschule Gunskirchen am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers statt. 1995 entstand am Gedenkplatz der Gedenkstein für die 71. US-Infanterie-Division. 2024 wurden die Gedenktafel an der Alten Volksschule in Gunskirchen und die Außenlager-Stele beim Denkmal an der Bundesstraße enthüllt.

Erst im Jahr 2019 wurde das Areal des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen umfassend archäologisch untersucht. Dabei konnten nicht nur die Standorte der Massengräber rekonstruiert, sondern auch zahlreiche Artefakte – von Stofffetzen über Schuhe bis zu Geschirr – geborgen werden. Dem Mauthausen Komitee Österreich gelang es im Jahr 2022, ein 4.000 m2 großes Grundstück am Areal des ehemaligen KZ-Außenlagers zu kaufen, um dort den Gedenkort Gunskirchen zu errichten.

Die Gedenkstätte versteht sich dabei als Ort historischer Aufarbeitung und Bildungsarbeit – insbesondere für junge Menschen – und als Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer. Im Mittelpunkt steht der Auftrag „Niemals wieder“.

Quellen

  1. Daniel Chanoch am Fest der Freude am Wiener Heldenplatz. Mauthausen Komitee Österreich. Wien 2016. ↑

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Station 1 Der Weg nach Gunskirchen

Station 2 Das Lager

Station 3 Die Hölle im Wald

Station 4 Die Befreiung